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Consistency Rule bei Prop Firmen: Mechanik und Rechner


Die Consistency Rule bei Prop-Firmen: kein einzelner Tagesgewinn darf einen festgelegten Anteil des Gesamtgewinns übersteigen

Ein erreichtes Profitziel reicht bei vielen Prop-Firmen nicht automatisch für einen bestandenen Account, wenn die Consistency Rule verletzt wurde. Wie diese Regel konkret funktioniert und wie sie sich vorab durchrechnen lässt, zeigt dieser Artikel am Beispiel von MyFundedFutures.

Was ist die Consistency Rule?

Die Consistency Rule verhindert, dass ein einzelner Handelstag den größten Teil des Evaluationsgewinns trägt. Sie soll sicherstellen, dass ein Ergebnis über mehrere Tage hinweg entstanden ist, statt auf einem einzigen, möglicherweise glücklichen Trade zu beruhen.

Die offizielle Formulierung bei MyFundedFutures lautet: “No single day’s profit should exceed 50% of your total evaluation profits made.” Übersetzt: Der Gewinn eines einzelnen Tages darf 50 Prozent des gesamten Evaluationsgewinns nicht übersteigen. Die genaue Prozentgrenze unterscheidet sich zwischen Anbietern, das Grundprinzip ist bei den meisten Prop-Firmen mit einer solchen Regel ähnlich aufgebaut.

Wie lautet die Formel konkret?

Die Rechnung ist einfach: größter Tagesgewinn geteilt durch Gesamtgewinn, multipliziert mit 100 ergibt den Anteil in Prozent. Liegt dieser Anteil über der festgelegten Grenze, ist die Regel verletzt, unabhängig davon, ob das Profitziel insgesamt erreicht wurde.

Für einen 50.000-Dollar-Flex-Evaluation-Account bei MyFundedFutures gilt beispielsweise:

Daraus ergibt sich der maximal zulässige Gewinn an einem einzelnen Tag: Profit Target geteilt durch 2, also 3.000 USD ÷ 2 = 1.500 USD. Diese Rechnung funktioniert nur deshalb so glatt, weil die Grenze bei 50 Prozent liegt, bei einer anderen Prozentgrenze müsste entsprechend anders gerechnet werden.

Beispielrechnungen: Wann ist der Account bestanden?

Tag 1 Tag 2 Tag 3 Ergebnis
+1.500 USD +1.500 USD - Bestanden: beide Tage exakt an der 50-%-Grenze, keiner überschreitet sie
+1.499 USD +1.501 USD - Nicht bestanden: Tag 2 liegt über 1.500 USD und damit über 50 %
+1.400 USD +1.400 USD - Noch nicht bestanden: nur 2.800 USD Gesamtgewinn, Profit Target fehlt noch
+1.400 USD +1.400 USD +200 USD Bestanden: 3.000 USD Gesamtgewinn erreicht, größter Tag bleibt bei 46,7 %

Drei Dinge lassen sich daraus ableiten.

Zwei Handelstage reichen aus, mehr sind nicht zwingend nötig, solange die Verteilung stimmt.

Zwei Gewinntage mit jeweils exakt 1.500 USD sind zulässig, die Grenze wird nicht überschritten, nur exakt erreicht.

Wichtig ist außerdem, dass sich die Regel auf den Gewinn pro Handelstag bezieht, nicht auf einen einzelnen Trade. Wer an einem Tag mehrere Trades macht, etwa +700, +500 und +300 USD, zählt das zusammen als Tagesgewinn von 1.500 USD. Entscheidend ist, dass dieser Tagesgewinn die Grenze nicht überschreitet, unabhängig davon, aus wie vielen einzelnen Trades er sich zusammensetzt.

Mini-Rechner: Erfüllt dein Ergebnis die Consistency Rule?

Trage Gesamtgewinn und höchsten Gewinntag ein.

Kontogröße, Profitziel, Verlustlimit und Consistency-Grenze sind am Beispiel des 50.000-Dollar-Flex-Evaluation-Accounts von MyFundedFutures vorbelegt, lassen sich aber für andere Accounts oder Anbieter frei anpassen. Reine Beispielrechnung, keine Anlage- oder Rechtsberatung.

Was mir selbst mit der Consistency Rule passiert ist

Auf einem 50.000-Dollar-Evaluationskonto habe ich den Zielwert von 53.000 Dollar erreicht, also die vollen 3.000 Dollar Profit Target. Ein einzelner Handelstag lag dabei allerdings rund 4 Prozentpunkte über der 50-Prozent-Consistency-Marke. Der Account war damit nicht bestanden, trotz erreichtem Gesamtziel.

Eigene Trading Growth Curve eines 50.000-Dollar-Evaluationskontos bei MyFundedFutures: Profit Target erreicht, Account trotzdem als Challenge Failed markiert
Meine eigene Equity-Kurve: Das Profit Target von 3.000 USD wurde erreicht, der Account trotzdem als „Challenge Failed" markiert, ohne Reset-Option.

Der verantwortliche Tag lässt sich im Kalender genau zurückverfolgen: der 24. Juli, mit einer Consistency von 54 Prozent, also 4 Prozentpunkte über der 50-Prozent-Grenze.

Trading-Kalender Juli mit markiertem Tag: 54 % Consistency am 24. Juli, der Tag, der den Evaluationsaccount brechen ließ
Der 24. Juli mit 54 % Consistency, deutlich über der 50-Prozent-Grenze. Genau dieser Tag hat den Account letztlich brechen lassen.

Es gab noch einen weiteren Handelstag, an dem sich der Account theoretisch hätte retten lassen. Der lag jedoch genau auf den NFP-Termin, mit entsprechend unsauberer Preisaktion rund um die Newsveröffentlichung. Da der Account ohne einen weiteren Ausgleich ohnehin verloren gewesen wäre, wurden trotzdem Trades genommen, statt komplett auszusetzen. Die Preisaktion hat diese Trades jedoch mit Verlusten ausgestoppt, was zusätzlich das Verlustlimit des Accounts verletzt hat. Wie mit solchen Newsereignissen grundsätzlich umgegangen wird, steht im Artikel Zeit im Trading. Am Ende war der Account endgültig gebrochen, ohne Reset-Option.

Zwei 15-Minuten-Charts (Nasdaq und S&P 500 Futures) mit markiertem NFP-Hochimpact-Newsereignis und der unsauberen Preisaktion rund um die Veröffentlichung
Die Preisaktion rund um den NFP-Termin auf Nasdaq- und S&P-500-Futures: unsaubere Bewegung direkt um die Newsveröffentlichung, an der die Ausgleichstrades mit Verlust endeten.
Trading-Kalender August, leer bis auf wenige frühe Tage: der letzte mögliche Rettungstag lag genau auf dem NFP-Termin
Der August-Kalender desselben Accounts: Der letzte verbliebene Handelstag lag genau auf dem NFP-Termin, an dem die Ausgleichstrades letztlich mit Verlust endeten.

Auch mit dem Wissen um NFP als Hochrisiko-Termin gab es an diesem Punkt keine echte Alternative mehr, der Account wäre ohnehin verfallen. Genau das zeigt aber die eigentliche Lehre: Setups zu erzwingen, weil die Situation es scheinbar verlangt, ist so gut wie immer die schlechtere Entscheidung, unabhängig davon, wie nachvollziehbar der Druck dahinter ist. Besser ist es, konsequent auf saubere Marktbedingungen und ein sauberes Setup zu warten, statt eine Position zu erzwingen, die der Markt an diesem Tag schlicht nicht hergibt. Wie sich diese Disziplin genau in einer solchen Drucksituation trainieren lässt, steht im Artikel Mentale und emotionale Intelligenz im Trading.

Die zweite Lehre daraus: Die Consistency Rule verdient von Anfang an genauso viel Aufmerksamkeit wie das Profitziel selbst, nicht erst, wenn ein einzelner Tag bereits überproportional stark ausgefallen ist. Genau dieser Zusammenhang wird im Mini-Rechner oben durchgerechnet.

Wie vermeidet man einen Verstoß gegen die Consistency Rule?

Am zuverlässigsten lässt sich ein Verstoß vermeiden, indem der Anteil des bisher stärksten Tages laufend im Blick bleibt, nicht erst am Ende der Evaluation.

Nähert sich ein Tag der Grenze, hilft bewusst reduziertes Risiko an den Folgetagen, um die Verteilung nicht weiter zu verschärfen.

Zusätzliche, kleinere Gewinntage an weiteren Handelstagen verbessern die Verteilung aktiv, statt auf einen einzelnen starken Tag zu setzen.

Ein Blick auf die Mindestanzahl an Handelstagen des jeweiligen Anbieters hilft ebenfalls, MyFundedFutures verlangt beim 50.000-Dollar-Account etwa mindestens 2 Trading Days.

Die Nennung oder Abbildung von MyFundedFutures in diesem Artikel ist reine Dokumentation des eigenen Wegs und stellt weder eine Empfehlung noch eine Werbung oder Aufforderung zum Vertragsabschluss dar. Ich erhalte dafür aktuell keine Vergütung. Regelwerk und Konditionen sollten eigenverantwortlich geprüft werden, da sie sich zwischen Anbietern und über die Zeit unterscheiden können.

Consistency Rule in der Übersicht

Die Consistency Rule verlangt, dass kein einzelner Handelstag mehr als einen festgelegten Anteil, häufig 50 Prozent, des gesamten Evaluationsgewinns ausmacht. Berechnet wird sie über größten Tagesgewinn geteilt durch Gesamtgewinn. Ein erreichtes Profitziel schützt allein nicht vor einem Verstoß, wenn die Verteilung über die Handelstage zu einseitig ausfällt. Wer den Anteil des stärksten Tages laufend prüft und rechtzeitig gegensteuert, senkt das Risiko eines Verstoßes deutlich.

Als kurze Checkliste zum Abhaken:

Das Wichtigste in Kürze

Die Consistency Rule verhindert, dass ein einzelner Handelstag den größten Teil des Evaluationsgewinns trägt, üblich ist eine Grenze von 50 Prozent des Gesamtgewinns. Berechnet wird sie über größten Tagesgewinn geteilt durch Gesamtgewinn. Ein erreichtes Profitziel reicht allein nicht aus, wenn die Verteilung über die Handelstage zu einseitig ausfällt, selbst ein an sich bestandener Account kann daran scheitern. Wer den Anteil des stärksten Tages laufend prüft und rechtzeitig mit kleineren Positionen oder zusätzlichen Handelstagen gegensteuert, senkt das Risiko eines Verstoßes deutlich.

Wo lernt man die praktische Umsetzung Schritt für Schritt?

Eine Regel wie diese zu kennen und sie unter echtem Marktdruck konsequent einzuhalten sind zwei verschiedene Dinge. Der Weg dahin läuft bewusst in drei Schritten.

Schritt 1 ist die Ausbildung: die Grundlagen zu Marktstruktur, Liquidität und Risikomanagement, wie sie im Gratis-Kurs vermittelt werden.

Schritt 2 ist das Mentoring in einem kleinen, ausgewählten Kreis: direkter Austausch mit mir und Live-Trading am echten Markt. Hintergrund dazu steht auf der Seite Über mich, Anfragen dazu gehen am schnellsten per Nachricht auf Instagram.

Schritt 3 ist die eigenständige Umsetzung: das System selbstständig und selbstsicher anwenden, auch ohne Begleitung. Warum Prop Trading gerade am Anfang ein sinnvoller Startpunkt sein kann, steht im Artikel Prop Trading als Einstieg.

Genau das ist das Ziel, keine Abhängigkeit aufzubauen, sondern Freiheit und die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen.

Häufige Fragen

Was ist die Consistency Rule bei Prop-Firmen?

Eine Regel, die verhindert, dass ein einzelner Handelstag zu stark zum Gesamtergebnis einer Evaluation beiträgt. Üblich ist eine Grenze von 50 Prozent: Der Gewinn des besten Tages darf nicht mehr als die Hälfte des gesamten Evaluationsgewinns ausmachen.

Wie berechnet man die Consistency Rule bei MyFundedFutures?

Größter Tagesgewinn geteilt durch Gesamtgewinn, multipliziert mit 100. Liegt das Ergebnis über der festgelegten Grenze, meist 50 Prozent, ist die Regel verletzt. Bei einem 50.000-Dollar-Flex-Evaluation-Account mit 3.000 Dollar Profit Target liegt der maximal zulässige Gewinn an einem einzelnen Tag rechnerisch bei 1.500 Dollar.

Kann man an der Consistency Rule scheitern, obwohl das Profitziel erreicht wurde?

Ja. Das Profitziel bezieht sich auf die Gesamtsumme, die Consistency Rule zusätzlich auf die Verteilung dieser Summe über mehrere Handelstage. Wird das Ziel überwiegend an einem einzigen Tag erreicht, gilt der Account trotz erreichter Gesamtsumme als nicht bestanden.

Wie vermeidet man einen Verstoß gegen die Consistency Rule?

Am zuverlässigsten durch bewusstes Gegensteuern, sobald ein Tag einen großen Teil des bisherigen Gesamtgewinns ausmacht, etwa durch kleineres Risiko an den Folgetagen oder gezieltes Verteilen von Gewinnen über mehr Handelstage, statt das Ergebnis an einem einzigen starken Tag zu maximieren.

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